Martina Monti


Journalistin, Texterin, Konzepterin und Produzentin  Die Redaktorin

 

Den meisten Menschen wird das, was sie ausmacht in die Wiege gelegt. Mir wurde es neben den Kinderwagen gesetzt: Cico, ein schwarzer Pudel. Mit ihm begann, was bis heute andauert, mein Hundeleben. Solange ich bei meinen Eltern und Grosseltern lebte, war ich nicht einen Tag ohne Hund, meist gesellten sich noch Igel, Rebhuhnküken und Wellensittiche dazu. Wenn es nach meinem tierverrückten Opa gegangen wäre, hätten wir auch noch ein Pferd, einen Affen und weisse Mäuse bei uns einquartiert. Pferd und Affe hätte meine Oma wohl noch hingenommen. Aber bei den weissen Mäussen drohte sie mit Scheidung.

 

Wenig überraschend wäre ich wahnsinnig gerne Tierärztin geworden. Nur: Kein Blut sehen zu können sprach leider gegen diese Berufswahl und ich wurde Journalistin. Die wohl schwierigste Zeit meines Lebens begann mit dem Umzug in die Schweiz – ich zog in ein hundeloses Dasein, Mietvertrag und 100%-Pensum als stv. Chefredaktorin und Textchefin der annabelle erlaubten keinen Hund. Ich litt. Bis ich vor rund zehn Jahren begann, als Freiwillige in der Hundebetreuung des Tierheims Pfötli in Winkel zu arbeiten. Ich weiss nicht, wie viele Hunde ich seither kennengelernt habe, aber jeder von ihnen hat mir etwas beigebracht. Und ich lerne bis heute jeden Tag dazu. Von meinen fachkundigen Teamkolleginnen in der Pfötli-Hundebetreuung, in Weiterbildungen, vor allem aber durch meinen eigenen Hund Basi. Seines Zeichens Ex-Pfötlianer und Rottweiler, grösste Bereicherung meines Lebens – und in vielerlei Hinsicht auch eine der grösseren Herausforderungen.

 

Durch ihn und unsere Trainerin Sabine Süess habe ich cumcane familiari kennengelernt. Und Basi war dann auch der Auslöser für meine Entscheidung, Amt und Würden bei annabelle abzugeben und mich im Metier „Text & Kommunikation“ selbstständig zu machen. (Vielleicht sollten Hunde mit Beipackzettel versehen werden, unter Nebenwirkungen der Hinweis: „Achtung, Hunde können Ihr Leben nachhaltig verändern.“ Ich korrigiere: „nachhaltig verbessern“.) Als bald darauf die Anfrage von Esther Hufschmid kam, dem ccf-Team in redaktionellen und kommunikativen Belangen beratend zur Seite zu stehen, habe ich sofort zugesagt. Weil hier endlich zusammen kommt, was in meinem Leben wohl einfach zusammen gehört: Menschen, Hunde und die Arbeit mit Sprache.