Doch wie funktioniert eine Hundetrainer*innen Ausbildung in der Schweiz eigentlich? Welche Voraussetzungen braucht es, wie lange dauert die Ausbildung, was kostet sie – und woran erkennt man ein wirklich gutes, professionelles Angebot?
Dieser Ratgeber gibt dir einen umfassenden Überblick.
Der Beruf Hundetrainer*in ist in der Schweiz nicht gesetzlich geschützt. Das bedeutet: Grundsätzlich darf sich jede Person Hundetrainer nennen – unabhängig von Ausbildung oder Qualifikation. Entsprechend gross sind die Unterschiede bei Ausbildungsangeboten, Inhalten und Qualitätsstandards.
Gerade deshalb ist es besonders wichtig, sich intensiv mit den Inhalten, der Qualität und Professionalität einer Ausbildung auseinanderzusetzen, bevor man Zeit und Geld investiert.
Die gute Nachricht: Es gibt keine formalen schulischen Voraussetzungen, um Hundetrainer*in zu werden. Viele Programme richten sich explizit an Quereinsteiger*innen ohne Vorkenntnisse.
Die meisten Ausbildungsinstitute verlangen:
• Mindestalter (zwischen 20 und 25 Jahren)
• Gute Deutschkenntnisse
• Interesse an der Arbeit mit Menschen und Hunden
• Motivation zur selbstständigen Arbeit
• Einige Jahre Praxiserfahrung mit einem eigenen Hund
Hundetrainer*innen arbeiten in der Praxis in erster Linie mit Menschen. Sie begleiten und coachen Bezugspersonen beim Training ihrer Hunde und unterstützen Veränderungsprozesse. Die Freude an der Arbeit mit Menschen ist daher eine ebenso zentrale Voraussetzung wie die Begeisterung für Hunde selbst.
Die Dauer einer Hundetrainer*innen Ausbildung in der Schweiz variiert stark und liegt zwischen 4 und 24 Monaten. Die meisten Ausbildungen finden typischerweise an Wochenenden oder in Blockwochen statt und sind berufsbegleitend konzipiert.
Ein entscheidender Qualitätsfaktor ist nicht nur die Dauer, sondern vor allem die Anzahl der Lernstunden. Achte unbedingt auf die ausgewiesenen Lernstunden, um verschiedene Angebote realistisch vergleichen zu können. Professionelle Ausbildungen umfassen mindestens 350 bis 500 Lernstunden.
Die Kosten für eine Hundetrainer*innen Ausbildung in der Schweiz liegen je nach Ausbildungsinstitut und Umfang meist zwischen 1'500 und 8'000 CHF.
Preisunterschiede ergeben sich durch:
• Dauer der Ausbildung
• Anzahl Praxisstunden
• Gruppengrösse
• Qualifikationen der Dozierenden
• Individuelles Coaching und Betreuung der Studierenden während der Ausbildung
• Zertifizierungsverfahren
Diese Investition in deine berufliche Neuorientierung mit Hund lohnt sich nur, wenn die Qualität der Ausbildung stimmt und du danach über alle notwendigen Kompetenzen verfügst, um professionelles Hundetraining anzubieten. Achte daher nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die inhaltliche Qualität, den Praxisanteil und die Begleitung in der praktischen Umsetzung.
Günstige Kurse mit sehr wenigen (auch praktischen) Lernstunden sind oft stark theorielastig und reichen nicht aus, um später professionell praktisch zu arbeiten. Während der Ausbildung sollte die praktische Arbeit so begleitet werden, dass eine professionelle Fachperson jeweils vier bis maximal fünf Teilnehmende betreut.
In den letzten Jahren ist das Angebot an Ausbildungen für Hundetrainer*innen in der Schweiz und in Deutschland stark gewachsen. Es gibt mittlerweile viele Ausbildungen, und ständig kommen neue hinzu. Dieser regelrechte Dschungel macht es schwierig, eine gute und professionelle Ausbildung zu finden. Die Qualitätsunterschiede sind enorm – von fundierten, praxisorientierten Lehrgängen bis hin zu oberflächlichen Wochenendkursen ist alles dabei.
Mithilfe der folgenden sechs Qualitätsmerkmale kannst du die verschiedenen Angebote vergleichen und die Ausbildung finden, die dich ideal auf deine Arbeit als Hundetrainer*in vorbereitet.
1. Die Anzahl der Lernstunden vergleichen
Ausbildungen für Hundetrainer*innen sind unterschiedlich umfangreich. Eine fundierte Ausbildung benötigt Zeit. Achte unbedingt auf die Anzahl der Lernstunden, um die Ausbildungen miteinander zu vergleichen. Eine seriöse, zertifizierte Hundetrainer*innen Ausbildung sollte mindestens 350 bis 500 Lernstunden umfassen. Kürzere Ausbildungen vermitteln oft nur oberflächliches Wissen und bereiten dich nicht ausreichend auf die Praxis vor.
2. Theorie alleine reicht nicht – der Praxisanteil ist entscheidend
Viele Ausbildungen bieten fast nur Theorie. Das ist problematisch. Denn wenn du nach der Ausbildung erfolgreich als Hundetrainer*in arbeiten willst, musst du zahlreiche praktische Kompetenzen erwerben:
• Erstgespräche mit der Kundschaft führen
• Trainingseinheiten planen
• Mensch-Hund-Teams anleiten und lernförderndes Feedback geben
• Trainings evaluieren und falls notwendig anpassen
• Die eigene Arbeit reflektieren
Das Planen, Unterrichten, Coachen und Reflektieren von Trainingseinheiten kann man nicht nur theoretisch lernen.
Eine gute Ausbildung beinhaltet darum einen umfangreichen und eng begleiteten Praxisteil:
• Praktisches Training mit deinem eigenen Hund
• Planen und Durchführen von Trainingseinheiten für echte Mensch-Hund-Teams
• Hospitationen bei Mitstudierenden
• Feedback von Dozierenden zu deiner praktischen Arbeit
• Praktika in einer Hundeschule während der Ausbildung
3. Erwachsenenbildung: die oft vergessene Kompetenz
Viele Hundetrainerausbildungen konzentrieren sich ausschliesslich auf kynologisches Wissen – also auf Hundeverhalten, Lerntheorie und Trainingsmethoden. Doch als Hundetrainer*in arbeitest du nicht nur mit Hunden, sondern vor allem mit deren Halter*innen. Kompetenzen im Bereich Erwachsenenbildung sind deshalb zentral, um später erfolgreich arbeiten zu können. Du musst wissen, wie du dein Wissen an die Kundschaft weitervermittelst, wie du Menschen motivierst und anleitest, und wie du lernfördernde Trainingseinheiten gestaltest, die sowohl für Mensch als auch für Hund funktionieren. Eine professionelle Ausbildung sollte daher auch Inhalte im Bereich Didaktik, Kommunikation und Coaching beinhalten und dich nicht nur im Umgang mit Hunden, sondern auch im Unterrichten von Menschen schulen.
4. Kompetenzen und Fachwissen der Dozierende sind entscheidend
In der Schweiz gibt es derzeit keine einheitliche gesetzliche Regelung für den Beruf „Hundetrainer*in". Dasselbe gilt für die Dozierenden bei Hundetrainer*innen-Ausbildungen, und es gibt grosse Unterschiede bei den Qualifikationen und der Fachkompetenz.
Informiere dich und achte darauf, dass bei deiner Ausbildung qualifizierte Fachpersonen mit nachweisbarer Expertise dozieren.
• Wer unterrichtet?
• Welche Ausbildungen haben die Dozierenden im Bereich Kynologie und Erwachsenenbildung?
• Wie viel Erfahrung haben sie in ihren Fachbereichen?
• Sind sie in Fachnetzwerken aktiv?
Die Qualität der Dozierenden bestimmt direkt die Qualität deiner Ausbildung.
5. Wissenschaftlich fundierte & aktuell – kein veraltetes Wissen
Im Hundetraining gibt es viel veraltetes oder widerlegtes Wissen. Viele Ausbildungsinstitute unterrichten immer noch Inhalte, die nicht mehr dem neuesten Stand der Forschung entsprechen.
Die Wissenschaft im Bereich Hundeverhalten und -training entwickelt sich stetig weiter. Eine professionelle Ausbildung berücksichtigt aktuelle Erkenntnisse aus:
• Kynologie
• Lernbiologie
• Verhaltensbiologie
• Trainingslehre
• Neuro- und Endokrinologie
• Erwachsenenbildung
Achte darauf, dass deine Ausbildung aktuelles und wissenschaftlich fundiertes Wissen vermittelt und die Inhalte stetig an neue Erkenntnisse angepasst werden.
Eine gute, professionelle Hundetrainer*innen Ausbildung zeichnet sich aus durch:
✓ Die Ausbildung ist fundiert und umfangreich mit einer hohen Anzahl an Lernstunden
✓ Es gibt einen hohen Anteil an alltagsnaher, praktischer Ausbildung
✓ Es werden auch Kompetenzen im Bereich Erwachsenenbildung vermittelt
✓ Die Dozierenden sind qualifizierte Fachpersonen mit ausgewiesener Expertise
✓ Die Ausbildungsinhalte entsprechen den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen
Die Website der Hundetrainer*innen Ausbildung sollte Aussagen dazu machen. Sind deine Fragen nicht genügend beantwortet, scheue dich nicht, bei den Ausbildungsinstitutionen nachzufragen.
Wer diese Punkte berücksichtigt und in eine qualitativ hochwertige Ausbildung investiert, erhöht die Chancen erheblich, nicht nur „irgendwie Hundetrainer*in zu werden", sondern wirklich professionell und nachhaltig im Beruf arbeiten zu können.
Zert. Hundetrainerin und Verhaltensberaterin ccf, Trainerin für Welpen-/Junghundebegleiteung, zert. Trainerin für Trennungsstress
Hundeschule Dogether & Online-Training Trennungsstress