In kurzen Videos erhältst du authentische Einblicke in unsere tägliche Arbeit mit unseren Hunden. Es sind keine perfekt inszenierten Trainingssequenzen, sondern echte Momente aus dem Alltag – so, wie sie bei uns täglich stattfinden.
Du siehst, wie wir mit den Hunden interagieren, sie begleiten und gemeinsam Herausforderungen meistern. Denn nachhaltiges Lernen geschieht nicht nur im Training, sondern vor allem im täglichen Miteinander.
Esther mit Nayeli
Nayeli zeigt in dieser Situation ein arttypisches Verhalten: Sie nimmt die Enten wahr, orientiert sich an ihnen und möchte sich annähern. Dieses Verhalten betrachte ich nicht als „Fehlverhalten“, sondern als Ausdruck ihrer Motivation und ihrer Bedürfnisse - beispielsweise nach Erkunden, Beobachten und Informationsgewinn.
Bedürfnisorientiertes Training bedeutet, die Funktion eines Verhaltens zu verstehen und dem Hund innerhalb eines sicheren Rahmens passende Strategien anzubieten. Es geht nicht darum, natürliche Verhaltensweisen zu unterdrücken, sondern darum, den Hund zu unterstützen, auch bei hoher Motivation handlungsfähig und ansprechbar zu bleiben.
Auf mein Stoppsignal hält Nayeli an. Das Markersignal bestätigt genau dieses erwünschte Verhalten und macht für sie verständlich, welches Verhalten sich lohnt. „Slowly“ ist der Verstärker für das Stoppen und gleichzeitig die Freigabe, sich kontrolliert weiter anzunähern und ihr Bedüfnis nach Beobachten und Annäherung auszuleben.
Nayeli darf ihre Umwelt wahrnehmen und ihr Bedürfnis "Anschleichen" ausleben, während sie gleichzeitig lernt, auch bei hoher Motivation und Anspannung ansprechbar zu bleiben und sich an mir zu orientieren.
Schnüffeln ist für Hunde ein natürliches, selbstbelohnendes Verhalten und erfüllt ein wichtiges Bedürfnis.
Bei Nayeli habe ich das Schnüffeln auf ein Signal gesetzt - nicht um ihr dieses Verhalten einzuschränken, sondern um es bewusst in unsere Zusammenarbeit einzubinden.
So kann ich Schnüffeln gezielt nutzen, um erwünschtes Verhalten zu verstärken und Nayeli die Möglichkeit geben, ihr Bedürfnis nach Geruchsinformation in Kooperation mit mir auszuleben.
Der Hund lernt dabei nicht nur ein Signal, sondern erlebt, dass sich Zusammenarbeit mit dem Menschen lohnt und eigene Bedürfnisse dabei berücksichtigt werden.
Grundsätzlich macht es Sinn, Signale regelmässig aufzufrischen. So bleibt ihre Bedeutung erhalten und der Hund kann sie auch unter unterschiedlichen Bedingungen zuverlässig ausführen.
Das Schnüffelsignal lässt sich beispielsweise gut im Pet-Shop auffrischen. Dort ist die Geruchswelt für Hunde besonders spannend und interessant – genau deshalb eignet sich dieser Ort bestens, um dieses bereits gelernte Signal unter realistischen Bedingungen wieder zu festigen.
Nayeli mit Esther im Pet-Shop