Musik

Britney Spears hat keine Chance: Hunde lieben es klassisch

Okay. Ausser Wum. Der Co-Showmaster von Wim Thoelke in "Drei mal Neun". Aber der stammt auch aus der Zucht von Loriot, und dessen Hunde sind - wie wir wissen - nicht unbedingt repräsentativ. Die Untersuchung der Belfaster Universität ist da schon einiges ernster zu nehmen.

Übrigens hielt sich "Ich wünsch mir 'ne kleine Miezekatze" 28 Wochen lang auf Platz 1 der deutschen Hitparade.
Die B-Seite "Ich bin ein kleiner Hund" erwies sich hingegen als ein Flop.

Musik ist nicht nur für menschliche Ohren ein Genuss mit Wirkung auf Leib und Seele. Sie entfaltet auch bei Tieren eine Wirkung. In Studien hat man herausgefunden, dass gemächliche Musik die Milchleistung von Kühen und die Eierproduktion von Hühnern erhöht. Und dank einer Untersuchung der Queen's University in Belfast wissen wir auch, welche Art von Musik welche Reaktionen bei Hunden erzielt. Als Probanden dienten 50 Tierheimschützlinge, denen insgesamt fünf CDs unterschiedlichen Inhalts zu Gehör gebracht wurden: Klassische Musik, Popmusik, Heavy Metal, ein Gespräch unter Menschen ganz ohne Musik und eine Kontroll-CD ganz ohne jegliches Geräusch.

 

Die CDs wurden Stück für Stück abgespielt, und die Reaktion der Hunde nach verhaltenskundlichen Kriterien beobachtet und analysiert.
Am unruhigsten verhielten sich die Hunde bei der CD von Metallica, also bei der Sparte Heavy Metal. Hingegen entfaltete das Abspielen der klassischen Musik eine beruhigende Wirkung, die Hunde zeigten sich entspannt, viele liegen über längere Zeit ruhig liegen, insgesamt wurde auffallend weniger gebellt. Popmusik blieb weitestgehend ohne Einfluss: Britney Spears zeitigte dieselbe Wirkung wie die tonlose CD.

 

Mittlerweile hat sich aus diesen Erkenntnissen so etwas wie eine Musiknische entwickelt, in der Kompositionen eigens zur Beruhigung von unseren Haustieren entstehen und per CD an Menschen mit Tier gebracht werden. Meistens tut es aber auch einfach die Musik, die auch bei uns Menschen wirksam ist. Also eher "unaufgeregte" klassische Stücke, die nicht zu viel mit "Pauken und Trompeten" oder dramatischen Crescendi im Sekundentakt zu tun hat. Also weniger Wagner, mehr Bach. Oder aber Entspannungsmusik, bei der wir ins Träumen und selige Entspannen kommen, da kommen unsere Hunde (und Katzen) meist grad mit.

 

Dass Hunde ausgewiesene Klassikliebhaber sind, das sieht man hier ...

Neulich in den Ruinen von Ephesus. Das Wiener Kammerorchester hatte zum Konzert gebeten und anscheinend konnte auch dieser nette Vierbeiner der Verlockung von Mendelssohn's Italienischer Symphony Nr.4 einfach nicht widerstehen. Während das Wiener Kammerorchester sich zwar sichtlich über die Bereicherung des Publikums freute, liessen sich die Musikerinnen und Musiker nicht aus dem Takt bringen. Und der Hund nicht aus der Ruhe. Er legte sich dem 1. Konzertmeister zu Füssen und genoss sichtlich das Privileg, ganz nah dran zu sein am musikalischen Geschehen. Eindeutig ein Klassikliebhaber, der den Applaus, den sein Auftauchen begleitete huldvoll entgegennahm. 


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